Die Kosten des digitalen Erfolgs - Warum und wie Dänemark auf Digitalethik setzt

Birgit Stöber

Zusammenfassung
Dänemark ist eines der digitalisiertesten Länder. Dennoch gelten 20 Prozent der Bevölkerung als sogenannte "digitale Unterklasse", der Zugang zur entsprechenden Technik und Technologieverständnis fehlen. Wurde dies bisher als Randerscheinung gesehen, zeigt sich nun ein Kurswechsel hin zu Fragen von digitaler Gleichberechtigung und Digitalethik.
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Im internationalen Vergleich nimmt Dänemark seit 2016 alljährlich einen der ersten Plätze im Digital Economic and Society Index (DESI) der Europäischen Kommission ein. Und mittlerweile ist der hohe Digitalisierungsgrad in dänischer Verwaltung und Gesellschaft entscheidend für das Funktionieren des digitalen Wohlfahrtsstaat. Dass ein Fünftel der Bevölkerung kaum oder nicht an der digitalen Gesellschaft teilnimmt bzw. mehr oder weniger freiwillig davon ausgeschlossen ist, beschäftigt zunehmend auch die Politik. Mit der Einrichtung eines datenethischen Rats und der Ernennung der ersten dänischen Digitalministerin Ende 2022, der auch das Themenfeld Gleichstellung zugeordnet ist, zeigt sich ein Kurswechsel in der Digitalpolitik Dänemarks. Eine der relevanten Fragen ist, ob sich die Kluft zwischen digital Abgehängten und der digitalen Mehrheitsgesellschaft durch neue politische Digitalstrategien mindern lässt und wie. Eine weitere Frage ist die nach dem Recht auf ein analoges Leben in einer erfolgreichen digitalen Gesellschaft.

Foto von Birgit Stöber Sommer 2023
Professorin für Kommunikationsmanagement