#rp24-Sprecherin Mareice Kaiser: „Warum ich nicht mehr über Care reden will”

16.04.2024 - Wo bleibt die Care-Revolution, und wie kann sie aussehen?
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Mareice trägt eine Jeansjacke und schulterlange lockige Haare. Sie steht vor einer Betonwand.
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Jana Rodenbusch

Care-Arbeit ist unsichtbar, oft unbezahlt und wird gesellschaftlich abgewertet. Darüber schreiben und sprechen feministische Autor*innen seit Jahren – so auch die freie Journalistin und (Buch-)Autorin Mareice Kaiser. Die Care-Realitäten ändern sich aber nur schleppend:

„Pflegende Angehörige haben keine Lobby und oft Burnout, was aber niemanden interessiert. Pflegepersonal bekommt müdes Klatschen auf dem Balkon und ein Duschgel als Dankeschön. Spätestens seit der Corona-Pandemie sind die Fakten zur ungerecht verteilten Care-Arbeit gesellschaftlich bekannt. Doch die ungerechten Care-Realitäten verändern sich zu langsam.“ 

Mareice fragt: „Wo also bleibt die Care-Revolution? Wie kann sie aussehen? Wer soll was tun? Und wer vielleicht mal nichts?“ Um all das wird es in ihrer Session auf der #rp24 gehen. 

Mareice Kaiser scrollt, schreibt und spricht zu Gerechtigkeitsthemen. Mit ihrem Essay „Das Unwohlsein der modernen Mutter“ war sie für den Deutschen Reporter*innenpreis nominiert, ihr gleichnamiges Buch erschien 2021 und landete direkt auf der Spiegel-Bestsellerliste. 2022 wurde sie vom medium magazin in die Top 10 der deutschen Wirtschaftsjournalist*innen gewählt. Mareice arbeitet seit mehr als zehn Jahren zum Thema Care, mit den Schwerpunkten Inklusion und Klassismus. Auch deshalb ist ihr Internet-Name @mareicares.

Vergangenes Jahr hat Mareice auf der re:publica darüber gesprochen, warum nicht jede*r Haftbefehl werden kann. Wir freuen uns sehr auf ihre #rp24-Session zum Thema Care!

 

#WhoCares: Ein Interview mit Mareice Kaiser.

Das Motto der re:publica 24 lautet „Who Cares?“. Um wen oder was kümmerst du dich gerade?

Um meine Steuererklärung. Also die von vor, ähm, einigen Jahren. Warum ist es so kompliziert und anstrengend, ein Erwachsenenleben zu führen!? Nichts gegen Steuern, die sind ja eigentlich super. Aber warum müssen sie so kompliziert sein? Und wie lange müssen wir noch auf tax the rich warten!?

Worum kümmern wir uns zu wenig als Gesellschaft?

Um alle Menschen, denen wir nicht zuhören, die unsichtbar bleiben. Zum Beispiel, weil sie so viel Care-Arbeit leisten, dass ihnen keine Kraft bleibt, um auf Bühnen zu sprechen. Und weil sie vom kapitalistischen System so klein gehalten werden, dass ihnen das Gefühl gegeben wird: Deine Stimme ist nichts wert.
 

Warum ich nicht mehr über Care reden will

Mareice Kaiser

Zusammenfassung
Care-Arbeit ist unsichtbar, oft unbezahlt und wird gesellschaftlich abgewertet. Darüber schreiben und sprechen feministische Autor*innen seit Jahren, seit Jahrzehnten. Die Care-Realitäten ändern sich aber nur schleppend. Wo bleibt die Care-Revolution und wie kann sie aussehen?
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