re:publica 26
18.-20. Mai 2026
STATION Berlin
Die Kaffeemaschine braucht eine App, der Fernseher ein Nutzerkonto, die Waschmaschine ein Update. Was früher ein Knopfdruck war, ist heute ein Menüpunkt – oder ein Abo. „Wir sind umzingelt von Schrott” lautet das Fazit von Gabriel Yoran.
Was früher selbstverständlich war, wird heute als Innovation verkauft. Grundlegende Produktfunktionen verschwinden, werden kostenpflichtig oder künstlich verkompliziert. Für Konsument*innen bedeutet all das einen Verlust an Autonomie, da Anbieter*innen Funktionen jederzeit ändern, verteuern oder abschalten können. Das ständige Versprechen eines „technologischen Fortschritts” kehrt sich so ins Gegenteil um.
Diesen Prozess beschreibt Gabriel Yoran als „Verkrempelung der Welt”. In seinem gleichnamigen Buch zeigt er, dass viele Produkte in der Praxis schlechter und komplizierter sind als ihre Vorgänger und dennoch als Fortschritt vermarktet werden. Warum zahlen wir permanent für alltägliche Dinge, ohne je Souveränität über sie zu erlangen? Und welche politischen, rechtlichen und individuellen Handlungsspielräume bleiben in der Welt des Krempels? Darüber spricht Gabriel Yoran auf der Bühne der re:publica 2026.
Gabriel Yoran ist Unternehmer und Autor. Mit achtzehn gründete er sein erstes Unternehmen. Anschließend studierte er Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin und promovierte über Spekulativen Realismus bei Graham Harman an der European Graduate School. Er ist Mitgründer der Unternehmen Steganos, aka-aki und Steady sowie Autor diverser Sachbücher.