#rp26-Sprecher Johannes Franzen: Die Rache der Konsument*innen

29.01.2026 - Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Oder doch? Darüber diskutieren wir auf der re:publica-Bühne mit dem Literaturwissenschaftler.
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Foto von Johannes Franzen. Er trägt Tshirt, kurze Haare und Brille.
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Marion Koell

Von Madame Bovary bis Breaking Bad, von Lolita bis Till Lindemann – Warum haben alle zu allem eine Meinung? Warum eskalieren Konflikte über Kunst & Kultur immer öfter? Der Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim Johannes Franzen sieht darin vor allem einen Grund: Die Digitalisierung. Sie hat die Art und Weise, wie öffentlich über Filme, Serien, Romane, Spiele oder Musik gestritten wird, maßgeblich verändert. Jede*r, der*die sich heute dazu äußern möchte, kann nur mit wenigen Klicks eine Öffentlichkeit herstellen. Das bringt mehr Teilhabe mit sich und ebenso neue Formen der Aggression: Kritiker*innen werden attackiert und Künstler*innen nicht selten zum Opfer von „Review Bombs” oder Doxxing. 

Warum wir überhaupt so starke Emotionen in Bezug auf unseren eigenen Geschmack entwickeln und Konflikte darüber trotz allem eine wichtige Kulturtechnik bleiben, das erfahrt ihr auf der re:publica 2026 und in Johannes Franzens Buch „Wut und Wertung. Warum wir über Geschmack streiten”.

Johannes Franzen ist Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim. Kulturelle Themen bespricht er unter anderem im Deutschlandfunk Kultur, in der FAZ, der taz und auf ZEIT Online. Er ist Mitbegründer und -herausgeber des Online-Feuilletons 54books und schreibt den Newsletter „Kultur und Kontroverse”.