#rp26-Sprecherin Annekathrin Kohout

05.01.2026 - Algorithmen belohnen besonders diejenigen, die stark emotionalisierende Inhalte teilen. Die Kulturwissenschaftlerin erforscht, wie sich dadurch Diskurse ändern.
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Foto von Annekathrin Kohout. Sie steht vor einer Statue und trägt Bluse, Rock und Stiefel sowie einen Dutt.
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Neven Allgeier

Schon lange geht es in den Sozialen Medien nicht mehr primär um Inhalte oder Argumente, vielmehr werden hier ritualisierte Empörungspraktiken bemüht, um größtmögliches Engagement zu erzielen. Die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout spricht daher statt von einer Aufmerksamkeitsökonomie bereits von einer Reaktionskultur, deren Logik zunehmend auch den privaten und öffentlichen Diskurs prägt. 

Warum scheint die Online-Kommunikation ständig von Überreizung, Missverständnissen und Misstrauen geprägt zu sein? Mit welchen Methoden wird in den Sozialen Medien um Sichtbarkeit gekämpft? Diese Fragen beantwortet Annekathrin Kohout auch in ihrem neuen Buch „Hyperreaktiv. Wie in Sozialen Medien um Deutungsmacht gekämpft wird”. Darin  beleuchtet sie  anhand eigener  Erfahrungen, prägnanten Fallbeispielen und deren theoretischen Reflexion genau jene „Erregungsdynamiken der Sozialen Medien”, die die gegenwärtige Reaktionskultur prägen.

Annekathrin Kohout ist freie Autorin und Kulturwissenschaftlerin. Von 2016 bis 2022 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universität Siegen, wo sie 2021 mit einer Dissertation über den Nerd als Sozialfigur promovierte. Sie ist Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ und der Zeitschrift „POP. Kultur und Kritik“ sowie Mitglied des Editorial Boards des internationalen „Journal of Global Pop Cultures“. Zudem ist sie Mitglied der AICA (Association Internationale des Critiques d'Art) und des Goethe-Instituts. Als Sachbuchautorin veröffentlichte sie Bücher über Netzfeminismus, Nerds und K-Pop. Seit 2024 schreibt sie die monatliche Kolumne „Feed Interrupted“ für die taz. Neben ihrer publizistischen Tätigkeit lehrt sie regelmäßig an verschiedenen Hochschulen und Universitäten.