Infrastruktur-Extraktivismus in Deutschland - Wie Rechenzentren die Stromnetze unserer Städte ausbeuten

Niklas Steinke , Fabian Halfar

20.05.2026 12:30–13:00
Atrium 1
German
(Lightning-) Talk
Politics & Society
#Digitalpolitik #Platforms #KI #Demokratie
Die KI-getriebene Expansion von Rechenzentren verändert Städte wie Berlin und Frankfurt. Ihr enormer Strombedarf blockiert lokale Stromnetze und macht Netzanschlüsse zum Spekulationsobjekt. Wem dienen urbane Infrastrukturen in der digitalen Transformation und wer entscheidet darüber?

Die KI getriebene Expansion von Rechenzentren markiert eine neue Phase des digitalen Kapitalismus, die auch Großstädte wie Frankfurt oder Berlin verändert. Denn der massive Strombedarf von Rechenzentren setzt nicht nur das Klima unter Druck, sondern auch die Infrastrukturnetze unserer Städte. Unsere Forschung zeigt: In Berlin haben neue Rechenzentren die Kapazitäten des Berliner Stromnetzes fast vollständig erschöpft. Stromnetzanschlüsse werden zu einem kostbaren Gut und zum Spekulationsobjekt. Andere Stromverbraucher drohen durch „Energie-Gentrifizierung“ aus der Stadt verdrängt zu werden. Wir schlagen den Begriff des Infrastruktur-Extraktivismus vor, um den Zugriff der Digitalkonzerne auf das Stromnetz zu beschreiben. Da der Ausbau von Rechenzentren weiter massiv vorangetrieben werden soll, müssen wir uns als demokratische Gesellschaft fragen: Welche Rolle spielen Städte in der digitalen Transformation? Wem dienen lokale Infrastrukturen? Und wer entscheidet überhaupt darüber?