#rp26-Sprecherinnen Kristina Lunz & Düzen Tekkal: Misogynie, Backlash und warum wir breite Allianzen brauchen

Wie schützen wir Frauen wirksam, bauen Allianzen - und kommen raus aus moralischer Zuspitzung?
Image
Foto von Düzen Tekkal, Kristina Lunz und Shila Behjat
Foto
links: Paul Küster/ Covered Agency, mitte: Neda Rajabi , rechts: Stevy Hochkeppel

Im März 2026 starteten Düzen Tekkal, Kristina Lunz und Ricarda Lang in Solidarität mit Collien Fernandes, eine Initiative gegen digitale und sexualisierte Gewalt. Die Aktion umfasste zehn politische Forderungen an die Bundesregierung und wurde von über 250 prominenten Frauen aus Politik, Kultur und Wirtschaft unterstützt. Eine begleitende Petition unterzeichneten innerhalb weniger Tage mehr als 330.000 Menschen. Zurecht, denn ein Backlash gegen Frauenrechte ist real und spürbar. Gleichzeitig, so die zwei weiter, eskalieren Diskurse zunehmend. Wie können wir Misogynie klar benennen, ohne selbst in Vereinfachung und Eskalation zu verfallen? Und was braucht es konkret, um effektive Allianzen zu bauen, um Frauen besser vor männlicher Gewalt zu schützen - rechtlich, gesellschaftlich und digital? Auf der #rp26 sprechen Düzen Tekkal und Kristina Lunz mit Moderatorin Shila Behjat über Verantwortung, Plattformen und die Rückkehr zu mehr Differenzierung.

Düzen Tekkal ist Journalistin, Kriegsberichterstatterin, Sozialunternehmerin und Dokumentarfilmemacherin. Nach dem Völkermord an Jesid*innen durch den IS im August 2014 gründete sie die Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help, die Projekte und Advocacy u.a. in Irak, Syrien und für die Freiheitsbewegung im Iran umsetzt sowie die bundesweit tätige, Bildungsorganisation GermanDream. Für ihr Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet – u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz.

Kristina Lunz ist Unternehmerin und Autorin. Sie ist Mitgründerin und CEO des gemeinnützigen Centre for Feminist Foreign Policy. Für diese Gründung zählte Forbes sie 2019 zu den „30 unter 30“ in Europa. Kristina Lunz hat zwei Masterabschlüsse, vom University College London und der University of Oxford. Sie arbeitete für die Vereinten Nationen in New York und Yangon, für eine NGO in Bogotá und als Beraterin im Auswärtigen Amt. Ihr 2022 veröffentlichter Bestseller „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch“, inzwischen ins Englische übersetzt, führte sie auf internationale Bühnen – etwa nach New York, Harvard, Oxford, Cambridge, London und Brüssel. Im Oktober 2024 erschien ihr zweites Buch „Empathie und Widerstand“, ebenfalls im Ullstein Verlag

Shila Behjat ist Journalistin und Kulturredakteurin bei ARTE/ZDF, wo sie das geopolitische Kulturformat TRACKS East mitverantwortet. Sie ist als Publizistin mit deutsch-iranischen Wurzeln aktiv; 2024 erschien im Hanser Literaturverlag ihr Sachbuch "Söhne großziehen als Feministin.“ 2025 folgte „Frauen und Revolution“. Sie studierte Jura und internationales Recht in Hamburg und Paris, war Korrespondentin in London, lebte als freie Journalistin in Indien und berichtete für das Frauenportal Aufeminin.com über Gleichstellung in der EU. Über die persische Dichterin Tahirih schrieb sie ihr aktuelles Buch und publiziert seither regelmäßig über Ikonen der Frauenbewegung aus dem globalen Süden.