»Diverse Agenten« oder: Kann KI kreativ sein? Innenansichten vom Culture Clash zwischen Kunsthochschule und Silicon Valley

Friedrich von Borries , Alexander Doudkin

20.05.2026 10:30–11:00
Atrium 2
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Wirtschaft & Innovation
#KI #Business models
Seit Mitte 2025 machen Friedrich von Borries und Alexander Doudkin von der HFBK Hamburg ein Realwelt-Kunstexperiment: Können LLMs lernen, wie Künstler:innen zu denken? Sie gründeten ein Start-up, gingen ins Silicon Valley und sammelten »Venture Capital«. Ein Bericht von einem Kunst-KI-Culture Clash.

Im Sommer 2025 begannen der Designtheoretiker Friedrich von Borries und der Informatiker Alexander Doudkin an der Hamburger Kunsthochschule mit einem künstlerischem Forschungsprojekt: Kann man Sprachmodellen beibringen, künstlerisch zu denken? Dazu bauten sie eine Plattform, auf der Künstler:innen ein LLM trainierten. Mit Psychologen entwickelten sie eine Methode, Denkmuster zu erkennen und einzuordnen. Mit der weiterentwickelten Plattform kann man nun in Sekundenschnelle »Think-alikes« erstellen - die nicht nur das Denken von Künstler:innen, sondern von jeder echten oder fiktiven Person simulieren.

Gleichzeitig wagten die beiden Forscher den Sprung aus dem Elfenbeinturm und gründeten das Start-up »minds.ai«, sammelten Geld von »Venture Capital«-Firmen und »Business Angels« und gingen ins Silicon Valley. Entlang von Begriffen wie »Burnrate«, »Painpoint« und »Bad Leaver« reflektieren Borries und Doudkin ihr Entanglement mit dem KI-Hyperkapitalismus vor dem Hintergrund des gesellschaftskritischen Selbstverständnis einer Kunsthochschule.
Ein Bericht über den Culture Clash von Kunst und Kapitalismus – und am Ende gewinnt immer die KI.